Pünktlich zum Saisonende habe ich mich doch noch dazu entschlossen ein allerletztes Rennen zu fahren. Ich freute mich riesig beim ersten Mesa Parts Trail Hero in Titisee-Neustadt an den Start zu gehen. Wie es das Schicksal wollte, erwischte mich natürlich vor zwei Wochen noch eine dicke Erkältung… Das Antibiotikum konnte ich mir glücklicherweise sparen, nichtsdestotrotz bremste mich die Erkältung für über eine Woche im Training aus. Na toll und das, wo ich doch eh schon nicht so fit bin. In letzter Zeit habe ich nicht mehr gezielt trainiert und dass lockere Mountainbike Touren einen nicht schneller machen, ist wohl auch jedem bekannt. Was also tun? Starten oder doch erst mal auskurieren? Während ich von vielen hörte „Lass das lieber!“ begannen sich meine Gedanken genau in die andere Richtung zu drehen. War ich nicht immer diejenige die gesagt hat „Dabei sein ist alles!“? Na klar war ich das! Also gibt es auch dieses Mal kein zurück mehr. Und selbst wenn das Ergebnis richtig schlecht werden würde, ich war Teil des ersten Mesa Parts Trail Hero. Und mal ganz davon abgesehen kann man ein schlechtes Ergebnis doch als Motivation nehmen um mit Vollgas in die nächste Saison zu starten. So motiviert wie momentan war ich schon lange nicht mehr 🙂

Der Mesa Parts Trail Hero findet dieses Jahr erstmalig im Rahmen des Singer Wäldercup an der Hochfirstschanze statt. Organisiert wird das Event von Markus Bauer und Simon Stiebjahn. 32 km und 1.250 hm mit einem Single Trail Anteil von über 60% wurden uns versprochen. Wem eine Runde nicht reicht, darf sich unterwegs überlegen das Ganze noch ein zweites Mal zu fahren.
Mein Wecker sollte heute Morgen um 07:15 Uhr klingeln. Natürlich war ich vor Aufregung mal wieder vor meinem Wecker wach. Zugegebenermaßen hatte ich echt etwas Angst, was mich wohl erwarten wird. Fahrtechnisch bin ich nicht gerade die Begabteste und dann ein Rennen mit über 60% Trail Anteil?! Zur Sicherheit wählte ich schon mal die Radschuhe, in denen ich besser laufen kann 😀
Vor dem Start musste jeder seine Zielzeit einschätzen um sich in einem der vielen Startblöcke einzuordnen. Als „Cycling Sunday“ müsste ich mich ja eigentlich bei den Sonntagsfahrern einordnen, nicht wahr? 😉 Im Starterfeld waren übrigens auch einige Profis zu sehen: Karl Platt, Markus Schulte-Lünzum, Adelheid Morath, Anne Terpstra vom Ghost Factory Racing Team… Ab 10:30 Uhr wurde alle 2 min ein weiterer Startblock auf die Strecke geschickt. Das zeitversetzte Starten war echt super, sonst hätte es womöglich Stau auf den Trails gegeben.
Die ersten 6 km führten über Schotterwege nach oben und es dauerte nicht lange bis sich mein Startblock auseinandergezogen hatte. Dann ging es auch schon in die ersten Trails. Sehr holprig, aber trotzdem wahnsinnig spaßig. In diesem Moment war ich unheimlich froh ein Fully unter mir zu haben. Mit einem Hardtail musste man hier einiges wegstecken.
Am Hochfirstturm hatte ich schon die Hälfte der Höhenmeter geschafft. Scheint eine mega Aussicht dort oben gewesen zu sein! Leider hab ich das Ganze erst hinterher auf den Fotos gesehen, man sollte im Rennen einfach mal öfter um sich schauen. Oder es einfach so machen wie Karl Platt und für ein Selfie anhalten 😀 .
Die restlichen Kilometer waren eine reine Achterbahnfahrt: Hoch, runter, hoch, runter. Kaum mal eine Passage zum erholen und die steilen Anstiege kosteten mich einige Körner. Hätte ich doch besser mal ein 30er Kettenblatt ans Rad gemacht. Meine Bedenken vom Morgen waren inzwischen aber Schnee von gestern: Die Trails waren super, selbst für mich war alles fahrbar und ich hatte einen riesen Spaß. Heute machten mir eher die Anstiege zu schaffen. Dank der beiden Verpflegungsstationen, an denen man ganze Flaschen gereicht bekam, konnte ich meinen Tank nochmal etwas füllen. Besonders fies: Die letzten Kilometer führten rund um die Hochfirstschanze. Ich hörte schon vom Wald aus den Sprecher und dachte „Puh bald hab ich es geschafft!“ Jaja von wegen! Es folgten noch einige Schleifen und ein paar knackige Uphills.  Aber was für ein mega Tag! Wer heute nicht hier war, hat leider was verpasst. Lieber Markus, lieber Simon, ihr habt echt geniale Arbeit geleistet! Ich hoffe, dass ihr noch viel mehr positives Feedback bekommt, denn das habt ihr euch mehr als verdient! Vielen Dank , dass ich mit dabei sein durfte! Wir sehen uns ganz bestimmt im nächsten Jahr!