Es ist noch nie vorgekommen, dass ich mich im allerletzten Moment bei einem Rennen angemeldet habe, aber wie sagt man so schön? Irgendwann ist immer das erste Mal! Der Rocky Mountain Marathon hier in Riva ist eigentlich schon seit Jahren fester Bestandteil in meinem Kalender. Für mich ist es der offizielle Saisonauftakt. Doch in diesem Jahr hat mich etwas daran gehindert mich anzumelden: Leider verpasste ich die Anmeldung zum vergünstigten Preis und so lag die Startgebühr, als ich mich vor ein paar Wochen anmelden wollte, bereits bei 60 €. Meiner Meinung nach ist das einfach unglaublich teuer. Klar, steckt bei solch einem Rennen auch einiges an Arbeit und Organisation dahinter, aber zumindest eine Preisstaffelung für die einzelnen Strecken wäre angebracht gewesen. Denn die 28 km Strecke war genauso teuer wie die 74 km.

Als ich also gestern bei sommerlichen Temperaturen von über 25 °C hier in Riva ankam, führte mich mein Weg plötzlich doch noch zur Nachmeldung. Ganz nach dem Motto „Scheiß drauf Malle… ehm Riva… ist nur einmal im Jahr!“ meldete ich mich noch total spontan für die Ronda Facile (28 km 700 hm) an und nahm auch noch 5 € Nachmeldegebühr in Kauf. Ich weiß, einige von euch denken jetzt sicher: So kurz? Wieso fährst du nicht die Piccola oder Grande? Ganz einfach: Meine Form ist momentan ZERO also warum unnötig quälen? Ich fahre schließlich nur mit um Spaß zu haben.

Das Starterpaket fiel in diesem Jahr übrigens sehr nüchtern aus. Man hätte eigentlich erwarten können, dass es zum 25-jährigen Jubiläum noch etwas ganz Besonderes gibt, wo man sich doch in den letzten Jahren über Handschuhe, ein Trikot oder ähnliches freuen durfte. Neben einer Trinkflasche, dem BIKE Magazin und einer Shimano Handyhülle gab es aber lediglich zahlreiche Broschüren von den Sponsoren.

Gestern Abend gab es noch ein riesiges Feuerwerk hier am Gardasee. Wer mir auf Instagram folgt, hat es sicher in meinen Stories gesehen. Spätestens da war mir klar, wieso die Startgebühren so hoch sind 😉

Heute Morgen ging’s also los. Endlich wieder Rennluft tanken! Wie ich es vermisst habe. Am Start traf ich sogar auf bekannte Gesichter aus den letzten Jahren. Es ist immer wieder schön hier zu sein.
… zwei Mal um mein Leben gebangt
Wisst ihr, in Italien läuft das alles etwas anders ab als bei uns in Deutschland. Ein Marathon ist noch lange kein Grund die Straßen komplett zu sperren. Und dass hier teilweise die Gassen deutlich enger sind als in Deutschland, sollte auch bekannt sein. Auf einem Teil der Strecke kam mir in zwei Kurven ein Auto entgegengerast. Nur noch eine Vollbremsung konnte Schlimmeres verhindern.
Oder als weiteres Beispiel: Ihr fahrt im Rennen auf der Hauptstraße und seht, dass die Ampel vor euch rot wird. Was macht ihr? Fahrt ihr einfach durch und riskiert euer Leben oder bleibt ihr stehen und verliert eben Zeit? Ihr entscheidet 😉 Es ist schon immer sehr abenteuerlich hier.

… ein Biker, dem ich am liebsten den Mund zugeklebt hätte!!!
Könnt ihr euch vorstellen, dass hinter mir ein Mann gefahren ist, der 28 km lang fröhlich vor sich hin gepfiffen hat? Ich rege mich selten über andere Menschen auf, aber dieser nette Herr hat mich echt in den Wahnsinn getrieben. Und nicht nur mich. Auch von anderen bekam er mehrmals ein „Halt die Fr****!“ zu hören.
Ansonsten lief das Rennen aber wirklich ganz gut. Traumhafte Landschaft und das Wetter hätte auch nicht besser sein können. Ich war eine Minute schneller als vor zwei Jahren (im letzten Jahr war ich auf einer anderen Strecke unterwegs). Einerseits ist es schon etwas deprimierend, dass es nur eine Minute ist, aber andererseits kann ich nach dem wenigen Training in den letzten Monaten auch einfach nur superfroh sein nicht langsamer geworden zu sein. Trotz der 65 € Startgebühr hatte ich einen tollen Vormittag beim Rennen und wieder ordentlich Motivation getankt.