Da sind wir wieder … Mitten im Lockdown. Oder besser gesagt: Lockdown light, denn so richtig „eingesperrt“, wie es die Einwohner manch anderer Länder sind, sind wir ja nicht. Ich glaube, wir können uns wirklich glücklich schätzen. Wenn ich hinter die Grenze zu unseren Nachbarn nach Frankreich schaue, sieht dort die Welt schon wieder ganz anders aus. Für mich persönlich hat sich nicht viel geändert. Ich kann weiterhin dem schönsten Sport der Welt nachgehen, denn dafür brauche ich kein Fitnessstudio, sondern nur ein Fahrrad. Doch gerade jetzt, in Zeiten wie diesen, zieht es immer mehr Menschen raus in die Natur. Den Boom in der Fahrradbranche gab es bereits zum ersten Lockdown. Ich habe ja eigentlich erwartet, dass die Menschenmassen jetzt mit zunehmender Kälte wieder abnehmen, doch mit dem zweiten Lockdown hat sich das Blatt noch mal gewendet.

Das erste Wochenende im Lockdown light

Auch ich war natürlich am Wochenende wieder unterwegs. 15 °C, strahlender Sonnenschein, schöner kann der Herbst nicht sein. Das lockt natürlich noch viele weitere Menschen nach draußen. Die Waldparkplätze waren so voll wie schon lange nicht mehr und auch das Radfahren an der Saar fühlte sich eher an wie eine Slalomfahrt. Ich finde es toll, dass immer mehr Menschen den Weg zum Radsport finden, doch je mehr es werden, umso wichtiger ist es, dass wir uns mit Respekt gegenüber treten.

Wem gehört der Wald?

Konflikte gab es schon immer. Über die besondere Beziehung zwischen Mountainbikern und Wanderern habe ich bereits 2015 in einem meiner ersten Blogbeiträge geschrieben. Inzwischen habe ich aber das Gefühl, dass sich die gesamte Situation so langsam zuspitzt. An Mountainbike Verbotsschilder im Saarland war noch vor ein paar Jahren nicht zu denken. Umso erschrockener war ich, als ich vor wenigen Wochen im Wald unterwegs war und plötzlich auf dieses Schild gucken musste.

Mountainbike fahren abseits der Wege ist verboten.

Nachdem ich ein Foto von diesem Schild in meinen Instagram Stories hatte, erreichten mich einige Nachrichten von anderen saarländischen Mountainbikern, die ebenfalls in ihrer Umgebung auf solche Schilder getroffen sind. Ist das nun der Anfang vom Ende für uns Mountainbiker? Und was sind die Ursachen für Maßnahmen wie diese? Für mich war schnell klar, dass es einfach zu viel geworden ist: Spaziergänger, Wanderer, Hundebesitzer, Reiter, Mountainbiker. Im Wald kommt einiges zusammen und jeder möchte sein Hobby ausleben. Doch was können wir tun, damit die Situation nicht weiter eskaliert? Der erste Schritt ist meiner Meinung nach auf das eigene Verhalten zu achten.

5 goldene Regeln für ein friedliches Miteinander in der Natur

  1. Rücksicht auf andere nehmen!
    Für mich das A und O. Ihr seid nicht alleine da draußen. Mit ein bisschen Rücksichtnahme auf andere Outdoorbegeisterte ist schon vielen geholfen.
  2. Klingel ans Rad und sich bemerkbar machen!
    Ich habe an jedem Fahrrad eine Klingel. Natürlich passiert es auch hin und wieder, dass ich trotz Klingel nicht gehört werde. Aber so kann ich wenigstens immer der Frage „Haben sie keine Klingel?“ aus dem Weg gehen.
  3. Runter vom Gas!
    Man muss nicht mit 30 an anderen vorbei rasen. Beim Überholen ruhig mal ein bisschen langsamer fahren.
  4. Freundlich sein!
    Ein freundliches „Hallo“ hat noch niemandem wehgetan oder? Gerade auf Wanderwegen finde ich es unglaublich wichtig, den Wanderern auch mit Respekt gegenüber zu treten. Tempo rausnehmen, auch mal warten, wenn es vielleicht gerade etwas enger wird, grüßen und sich gerne auch mal bedanken, wenn einem der Weg frei gemacht wird.
  5. Müll mitnehmen!
    Der letzte Punkt sollte eigentlich selbstverständlich sein. Wer unterwegs was isst, sollte seinen Müll auch wieder mit nach Hause nehmen und nicht einfach im Wald entsorgen.

Wie erlebt ihr die aktuelle Situation? Habt ihr ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.