2020 ist alles anders … Viele Events konnten aufgrund der aktuellen Corona-Krise nicht stattfinden und so ließ sich auch einiges, was ich mir für das Jahr 2020 vorgenommen hatte, nicht umsetzen. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich nun doch noch einen Punkt von der Liste abhaken konnte: das Women’s Cycling Camp in Füssen. Was ich dort alles erlebt habe und wie so ein Camp in diesen besonderen Zeiten abläuft, verrate ich euch in diesem Blogbeitrag.

Ankunft im Hotel Sommer in Füssen

In Füssen angekommen, zeigte sich der Ort von seiner schönsten Seite. Alle Camp Teilnehmerinnen waren im Hotel Sommer untergebracht. Das Hotel liegt direkt am wunderschönen Forggensee mit Blick auf die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit, dem Schloss Neuschwanstein.

Foto: Leicht Fotografie & Film

Urlaub zu Corona-Zeiten

Während man in meinem letzten Urlaub in Österreich so gut wie nichts von der Corona-Pandemie zu spüren bekam, sah das in Deutschland schon gleich ganz anders aus. Bereits vorab wurden wir per E-Mail über das umfassende Hygienekonzept informiert. So galt beispielsweise im gesamten Hotel eine Maskenpflicht, an den Ausstellerständen durfte sich immer nur eine begrenzte Anzahl an Personen aufhalten, auf offene Snacks und Getränkespender wurde verzichtet und beim Check-in im Hotel wurde sogar Fieber gemessen.

Fotos: Leicht Fotografie & Film

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde des Orga-Teams und der Guides wurden wir auch schon gleich in unsere Gruppen eingeteilt. Im Camp soll wirklich jeder auf seine Kosten kommen, egal ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Profi. Ich entschied mich für die Gruppe „Endurance Lovers“, denn lange Distanzen sind genau mein Ding und ich wollte in den nächsten vier Tagen natürlich möglichst viel von der Gegend sehen.

Fotos: Leicht Fotografie & Film

Auf ins Tannheimer Tal!

Dass unsere erste Tour gleich ins wunderschöne Tannheimer Tal ging, freute mich riesig. Gerade für Rennradfahrer soll die Region ja sehr viel bieten. Bisher habe ich darüber aber nur gelesen und konnte mir noch nie ein eigenes Bild davon machen. Übrigens, wusstet ihr, dass das mein erster Urlaub mit dem Rennrad war? Verrückt, ich fahre seit 10 Jahren Fahrrad und war bisher immer nur mit dem Mountainbike in den Bergen. Und so war auch das Fahren in einer so großen Gruppe für mich Neuland, aber es machte unheimlich viel Spaß.

Fotos: Bettina Kasten

Falls ihr euch jetzt fragt, was diese Schotterwege auf einer Rennradtour zu suchen haben 🙂 Wir haben wohl eine Abzweigung verpasst und durften uns so über eine kleine Gravelpassage freuen. Ein bisschen Fahrtechnik Training schadet ja nie und auf diesem Untergrund fühle ich mich als Mountainbikerin natürlich wieder richtig wohl.

Rund um Füssen gibt es zahlreiche Seen, einer schöner wie der andere. Auch unsere Tour führte an mehreren Bergseen vorbei. Dieses Foto wurde am Alatsee aufgenommen.

Nach dem Radfahren ist vor dem Shopping

Coronabedingt fiel die Expo in diesem Jahr leider etwas kleiner aus als gewohnt. Genügend Shopping- und Testmöglichkeiten gab es trotzdem. So konnten wir bei Veloine neue Radbekleidung shoppen, bei Garmin Radcomputer testen, uns von Medicom zum Thema Nahrungsergänzungsmittel beraten lassen, Flaschen von Camelbak kaufen, Helme und Brillen von Uvex testen und noch vieles mehr.

Foto: Leicht Fotografie & Film

Eine große Runde an Tag 2

An Tag 2 sollten wir „Endurance Lovers“ voll auf unsere Kosten kommen. Man hat für uns eine 110 km lange Tour geplant mit über 1.000 hm. Begleitet wurden wir vom Hotelchef persönlich. Von Füssen aus ging es nach Hohenpeißenberg. Vor uns immer eine traumhafte Aussicht auf die Alpen. Oben am Berg angekommen, war es an der Zeit einzukehren und mit einem leckeren Stück Kuchen wieder neue Kräfte für die Heimfahrt zu tanken.

Foto: Leicht Fotografie & Film
Foto: Leicht Fotografie & Film
womenscyclingcamp
Foto: Leicht Fotografie & Film

Auch für das Abendprogramm war natürlich immer gesorgt. Am Freitagabend erzählte uns Uli vom Radlabor alles zum Thema Training auf dem Rennrad. So konnten wir auch die Chance nutzen mal einem Experten unsere Fragen rund um’s Thema Radsport zu stellen.

Foto: Leicht Fotografie & Film

Nach der Sonne, kommt der Regen

Man kann wirklich vieles planen, doch das Wetter gehört einfach nicht dazu. An den letzten beiden Tage stand das Glück leider nicht auf unserer Seite. Von Freitagabend an hatten wir Dauerregen bis Sonntag. Was tun? Man kann sich natürlich zwei Tage darüber ärgern oder man macht es wie Moni und Steffi und stellt uns spontan ein tolles Alternativprogramm zusammen. Im Fitnessstudio in Füssen konnten wir uns beim Spinning oder Functional Training noch mal richtig verausgaben. Und wie! Ich hab den Muskelkater noch mehrere Tage gespürt. Ich sollte wirklich öfter meinen Oberkörper trainieren. 🙂

Fotos: Leicht Fotografie & Film

Die Haare schön – dank Langhaarmädchen

Es wird aber auch wirklich an alles gedacht, selbst an die perfekte Haarfrisur. Zwei Stylistinnen von Langhaarmädchen zauberten uns schöne Flechtfrisuren, bevor es abends für eine Stadtführung in die Füssener Altstadt ging.

Millimeterarbeit beim Bike Fitting mit Uli vom Radlabor

Glücklicherweise konnte ich mir am Sonntagmorgen noch einen heiß begehrten Termin zum Bike Fitting sichern. Ein Bike Fitting lohnt sich nicht nur für diejenigen, die bereits Sitzbeschwerden haben. Ziel ist es, die perfekte Sitzposition zu finden, um eine optimale Kraftübertragung zu erzielen. Hier geht es wirklich um Millimeterarbeit. Auch die Cleats unter meinen Schuhen wurden neu eingestellt. Inzwischen bin ich schon ein paar Touren zu Hause mit den neuen Einstellung gefahren und es fühlt sich sehr gut an.

Vier tolle Tage im Allgäu, die viel zu schnell vorbei gingen.

Wie das immer so ist, ist die Zeit im Women’s Cycling Camp einfach verflogen. Ich hatte wirklich eine tolle Zeit, konnte noch mal einiges dazulernen und habe viele nette Mädels kennengelernt. Die Gegend rund um Füssen hat definitiv Lust auf mehr gemacht. Auch in unserer Unterkunft, dem Hotel Sommer, blieb kein Wunsch offen. Ich kann nur jedem empfehlen auch mal an einem solchen Camp teilzunehmen. Gerade auch für Anfänger finde ich es besonders lohnenswert. Wer lieber Mountainbike fährt, kein Problem, für euch bietet Sporting Women auch Mountainbike Camps an. In Saalbach war ich selbst schon mit dabei und es war wirklich klasse! In diesem Sinne sage ich „Prost“ und bis nächsten Jahr! 🙂