Es gibt kaum etwas, was mich so glücklich macht, wie meine Zeit auf dem Mountainbike zu verbringen. Dass ich in den letzten Wochen das Grinsen kaum aus dem Gesicht bekam, lag vor allem an einer Sache: Ich durfte das neue Cannondale Scalpel HT ausgiebig auf meinen Heimstrecken testen. Was soll ich sagen? Das Rad ist eine echte Race-Rakete. Wer Lust hat, das Hardtail etwas genauer kennenzulernen, sollte sich diesen Beitrag bis zum Schluss durchlesen.

Scalpel Rahmenaufschrift

Cannondale Scalpel HT – die wichtigsten Neuheiten

Cannondales Newcomer hat nicht nur einen neuen Namen bekommen, denn die meisten von euch werden das Hardtail noch unter dem langjährigen Namen F-Si kennen, auch die Geometrie hat sich geändert und ist jetzt sehr trailorientiert. Ein flacher Lenkwinkel von 66,5° verschafft mehr Kontrolle und Sicherheit, auch in schwierigen Abfahrten. Gleichzeitig sorgt der steile Sitzwinkel von 74,5° für eine bestmögliche Kraftübertragung in den Uphills. Die Kettenstreben sind so konstruiert, dass sie in Kombination mit den tief positionierten Sitzstreben, wie man sie auch beispielsweise schon vom Cannondale Topstone kennt, kleinste Unebenheiten abfedern und herausfiltern. Die Kettenstrebenlänge wird für jede Rahmengröße einzeln angepasst, damit der Schwerpunkt stets ausgewogen zwischen den Rädern verteilt wird. Der Rahmen des Topmodells, das in diesem Beitrag zu sehen ist, bringt übrigens nur 895 Gramm auf die Waage. Das Gesamtgewicht von ca. 9,6 kg ist ein akzeptables, aber kein außergewöhnliches Gewicht für ein Hardtail, wenn man bedenkt, dass das Scalpel Hi-MOD Fully ebenfalls nur knapp unter 10 kg wiegt.

Cannondale Scalpel HT

Lefty Ocho mit 110 mm Federweg

Ein weiteres Highlight des Scalpel HT ist die Lefty Ocho mit 110 mm Federweg. Schade ist, dass diese nur im Top-Modell, Hi-MOD 1, verbaut ist. Alle anderen Modelle sind noch mit der Lefty Ocho mit klassischen 100 mm Federweg oder einer RockShox SID SL ausgestattet. Aber sind wir mal ehrlich, ein Cannondale ohne Lefty ist auch nur ein halbes Cannondale. Für mich persönlich ist es nach wie vor die beste Gabel.

Lefty Ocho Carbon

Die weitere Ausstattung

Beim Antrieb und den Bremsen setzt Cannondale auf einen Mix aus XTR- und XT Komponenten. Aus der hauseigenen Produktion kommen dagegen viele weitere Teile wie Kurbel, Laufräder, Sattelstütze oder Lenker.

XTR Schaltwerk
Cannondale Hollowgram

Ebenfalls immer wieder erwähnenswert ist der im Vorderrad montierte Laufradsensor. Dieser kann per Bluetooth entweder mit dem Smartphone und der Cannondale App oder via ANT+ mit den meisten modernen Radcomputern gekoppelt werden. So hat man immer zuverlässige Daten, auch wenn das GPS-Signal des Radcomputers mal schwach ist.

Cannondale Laufradsensor

Komfort wird großgeschrieben – Doch wie komfortabel kann ein Hardtail sein?

Ich kann mich noch zu gut an meine allererste Ausfahrt mit dem Cannondale Scalpel HT erinnern. Ich war überrascht, dass ich mich auf dem Rad sofort wohlgefühlt habe. Die Sitzposition im Vergleich zu meinem Fully war im ersten Moment ungewohnt. Man sitzt sehr kompakt, aber dennoch schön integriert im Rad. Was den Fahrkomfort angeht, bin ich wirklich begeistert. Ich habe oft Probleme mit dem Rücken, aber leichte Schläge werden gut abgefedert. Auf den Trails ist dann aber viel eigener Körpereinsatz angesagt, wie es für ein Hardtail üblich ist. Hier ist besonders eine saubere Fahrtechnik gefragt. In steilen Abfahrten hätte ich mir oft eine versenkbare Sattelstütze gewünscht. Wenn man sich einmal an diesen Luxus gewöhnt hat, ist es anfangs doch wieder sehr ungewohnt ohne Vario Sattelstütze unterwegs zu sein. Dank meiner elektrischen Sattelstütze von Magura hatte ich sonst immer das Glück diese einfach zwischen den Rädern zu wechseln. Der Sattelstützendurchmesser des Scalpel HT beträgt allerdings 27,2 Millimeter und schließt somit die Nutzung der meisten elektronischen Sattelstützen leider aus.

Mountainbike von Cannondale

Das geringe Gewicht macht sich besonders in den Anstiegen bemerkbar. Auf diesem Rad könnte ich stundenlang bergauf fahren.

Optisch ist das Scalpel HT meiner Meinung nach wirklich ein Augenschmaus. Mit der Marmoroptik hat man dem Rahmen das gewisse Etwas verliehen. Auch die Züge sind sehr schön hinter dem Steuerrohr im Rahmen integriert, sodass für ein cleanes Gesamterscheinungsbild gesorgt wurde.

Lackierung mit Marmoroptik am Cannondale Scalpel HT

Nicht nur das BIKE Magazin hat bei einem Test zu modernen Marathonbikes das Scalpel HT zum Testsieger gekürt. Auch ich verspreche euch, wer auf der Suche nach einem erstklassigen Racehardtail mit einem außergewöhnlichen Geometriekonzept ist, wird sich mit dem Cannondale Scalpel HT eine echte Bereicherung anschaffen.

Unterwegs mit dem Cannondale Scalpel HT