Nachdem ich Anfang des Jahres bereits in München die ISPO besuchte und leider etwas enttäuscht war, weil für Mountainbiker nicht so viel geboten wurde, freute ich mich umso mehr auf die diesjährige Eurobike. Es ist für mich bereits das vierte Mal, dass ich die Messe in Friedrichshafen besuche.

Wo soll ich bloß anfangen?

Eine Frage, die mir nicht nur während meines Messebesuchs durch den Kopf ging, sondern auch jetzt beim Schreiben dieses Blogbeitrages. So viele Eindrücke und Neuheiten … Ich könnte euch einen Roman darüber schreiben. Aber genug um den heißen Brei geredet, los geht’s 🙂

Der Winter rückt näher…

Die Tage werden schon wieder kürzer und auch wenn ich noch gar nicht ans Wintertraining denken möchte, habe ich mich auf der diesjährigen Eurobike nach Rollentrainern umgesehen. Die Auswahl war riesig. Aktuell habe ich noch einen ganz einfachen, alten Tacx Rollentrainer. Der ist super, aber ich sehne mich nach etwas smarterem, denn im Winter möchte ich gerne auch mal Zwift ausprobieren. Die Biketrainer von Wahoo haben es mir besonders angetan: Mit dem KICKR CLIMB lassen sich Berganstiege von bis zu 20 % und Gefälle von -10 % zu simulieren. Damit man nicht zu sehr ins Schwitzen kommt, gibt es noch den KICKR HEADWIND Ventilator, der seine Geschwindigkeit automatisch an die persönlichen Anstrengungen anpasst. 

Wie ihr seht, braucht man für einen Rollentrainer nicht unbedingt ein Rennrad. Am Messestand von Zwift habe ich auf diesem Canyon Platz genommen und ein neues Feature ausprobiert: Das Lenken übernimmt nicht mehr der Computer, sondern man selbst muss versuchen mit dem Lenker die Ideallinie der virtuellen Offroad-Strecke zu finden. Das hat echt Spaß gemacht.

Für diejenigen, die im Winter im Fitnessstudio trainieren und dort auch gerne mal einen Spinning Kurs besuchen, hat Shimano jetzt eine Indoor Cycling Kollektion ins Programm genommen.

Große Vorfreude auf den Sommer 2020

Ich muss gestehen, an Messeständen mit Bekleidung verbringe ich wohl die meiste Zeit. Die neue Kollektion von Shimano kann sich wirklich sehen lassen, was meint ihr?

E-Bikes nach wie vor im Fokus

E-Bikes gab es auf der Eurobike wie Sand am Meer. Inzwischen sind diese deutlich in der Überzahl. Wenn ich einen Preis für das schönste E-Bike vergeben dürfte, würde ich diesen an Rotwild vergeben. Endlich mal ein E-Bike, das auf den ersten Blick nicht aussieht wie eines. Erinnert ihr euch noch an meine E-Bike Tour in Latsch 2017? Dort hatte ich bereits das Glück mit einem E-Bike von Rotwild fahren zu dürfen und war hellauf begeistert. Inzwischen wurde einiges noch mal optimiert und das Rad soll besser als je zuvor sein (gut das behauptet jeder, nicht wahr 😉 ) Ich hoffe, dass ich irgendwann mal die Möglichkeit habe, das 2020 Modell auf den Trails zu testen.

Profi Bikes zum Anfassen

Augen auf beim Gang über die Messe, denn auch wenn einige große Marken nicht mehr vertreten sind, findet man hin und wieder ein paar Prachtstücke an den Ständen anderer Aussteller. So wie bei SRAM, die das Scott Contessa Spark RC von Kate Courtney ausstellten. Ein echtes Traumbike.

Bei Helmhersteller Lazer habe ich das Bike und die Ausrüstung von Mathieu van der Poel entdeckt.

Übrigens gibt es nicht nur die Bikes der Stars zu bestaunen, sondern wenn ihr Glück habt, läuft euch auch ein Profi höchstpersönlich über den Weg 🙂

Magura erhält Eurobike Award

Für die Magura Cockpit Integration (kurz MCi) durfte Magura den Eurobike Award mit nach Hause nehmen. Alle Leitungen sind ins Innere des Lenkers verlegt. Sieht sehr aufgeräumt aus. Was meint ihr?

Und sonst so?

Auch nach einem neuen Helm habe ich mich umgesehen. Auf dem Foto probiere ich gerade den Abus AirBreaker an. Das Modell hat mir wirklich gut gefallen, vor allem weil der Helm superleicht ist.

Die neuen Deuter Race Rucksäcke sehen nicht nur hübsch aus, sondern sind aufgrund des leichten Gewichtes ideal für Tagestouren. Auch wenn ich meist nur im Urlaub mit Rucksack fahre, überlege ich mir gerade, ob das eine Alternative zu meinem aktuellen Rucksack von Evoc wäre.

Lohnt sich eine Reise zur Eurobike überhaupt noch?

Am Ende des Tages verließ ich das Messegelände mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Lachend, weil es einfach toll ist, wenn sich den ganzen Tag alles rund um das Thema Fahrrad dreht und man so viele Gleichgesinnte trifft. Weinend, weil sich die Messe in den letzten Jahren einfach verändert hat. Wer auf der Suche nach Bikes der großen namhaften Hersteller ist, sucht auf der Eurobike inzwischen vergebens. Scott, Cube, Giant, Specialized, Trek, Haibike, Cannondale … alle nicht mehr auf der Messe vertreten. Und auch bei den Bekleidungsfirmen habe ich dieses Jahr die ein oder andere Firma vermisst. Das ist sehr schade, denn im Endeffekt sind das die Firmen, die mich am meisten interessieren. Klar, stelle ich mir da die Frage, ob sich der große Aufwand (-1 Urlaubstag, 5h Anreise, Übernachtungskosten usw.) noch lohnt. Aber andererseits finde ich es großartig, was auf der Messe für uns Blogger geboten wird und wie sich dafür eingesetzt wird, dass die Branche und Blogger enger zusammenarbeiten. Das möchte ich unterstützen und das ist wohl auch der einzige Grund, weshalb es mich immer wieder dorthin zieht.

Jetzt seid ihr an der Reihe

Wer von euch war auch auf der Eurobike? Wie seht ihr das? Seid ihr auch enttäuscht, dass so viele Hersteller nicht vertreten sind oder interessiert ihr euch mehr für die Start-ups? Was waren eure Highlights?
Ich freue mich auf eure Kommentare.