Ja ist denn schon Sommer oder haben wir noch Frühling? Man könnte fast sagen, wir wurden in den letzten Wochen mit Sonnenstrahlen verwöhnt. Den Frühlingsstart hätte ich mir nicht schöner ausmalen können. Doch nicht nur das Wetter, auch die bestehenden Ausgangsbeschränkungen haben einige von euch zum Anlass genommen mal wieder das Fahrrad aus dem Keller zu holen und eine Tour zu machen.
Doch was sollte man eigentlich beachten, wenn man im Winter eine Pause eingelegt hat und das Bike wieder startklar machen will? Eine richtige Inspektion in einer lokalen Fahrradwerkstatt ist immer von Vorteil, besonders in der jetzigen Krise sollten wir unsere Locals unterstützen. Ich habe euch dennoch ein paar Tipps zusammengeschrieben, wie ihr mit wenigen Handgriffen das Fahrrad wieder startklar machen könnt.

1. Frühjahrsputz – Nicht nur in der Wohnung

Ein Fahrrad sieht frisch geputzt nicht nur besser aus, sondern ihr erkennt auch gleich, ob etwas defekt ist. Für die Reinigung nutze ich am liebsten den Fahrradreiniger von F100. Das Fahrrad-Pflegeöl könnt ihr im Nachgang verwenden, um eurem Rad noch mal etwas Glanz zu verleihen.
Für meine Kette nutze ich seit einiger Zeit bei fast allen Rädern kein Kettenöl mehr, sondern Kettenwachs von Squirt. Dies ist kein Lösungsmittel, sondern eine Emulsion, die vier Sorten Wachs und Wasser beinhaltet. Schwarze Hände bei einer Panne oder ein Abdruck der Kette am Bein gehören dank Kettenwachs der Vergangenheit an.

2. Werkzeug – eine kleine Grundausstattung

Um euer Fahrrad selbst mal durchzuchecken, braucht ihr keine Profi-Werkstatt zuhause. Eine kleine Basis-Ausstattung inklusive einer großen Stand-Luftpumpe sollte aber vorhanden sein.
Mein Imbusschlüssel-Set von Fabric passt fabrlich schon mal gut in den Frühling 😉 Nach einer längeren Radpause ist es immer ratsam, alle Schrauben zu überprüfen und ggf. nachzuziehen. Bei Carbonteilen ist ein Drehmomentschlüssel von Vorteil.

3. Luftdruck überprüfen

Ein platter Reifen bedeutet nicht gleich, dass euer Schlauch defekt ist. Bevor ihr also losfahrt, solltet ihr immer den Reifendruck überprüfen. Einen Hinweis, wie viel Bar in euren Reifen kommen, findet ihr seitlich am Reifen.
Auch ein Blick auf das Reifenprofil solltet ihr werfen: Ist noch genug Profil da? Falls nicht, muss ein neuer Mantel her!

4. Verschleiß prüfen

Mit einer speziellen Kettenverschleißlehre könnt ihr den Verschleiß der Kette prüfen. Je größer der Verschleiß, desto tiefer taucht die Messnase ein. Würde die Messseite A also vollständig eintauchen, sodass die Lehre komplett aufliegt, bräuchte ich dringend eine neue Kette.
Im nächsten Schritt solltet ihr auch einen Blick auf die Bremsbeläge werfen und diese ebenfalls ggf. austauschen.

5. Zweiten Flaschenhalter montieren

Da ich im Winter selten lange Touren mache und auch aufgrund der niedrigen Temperaturen weniger trinke als im Sommer, habe ich meinen zweiten Flaschenhalter über den Winter abgeschraubt. Doch jetzt wo, es wieder wärmer wird und ich mit einer Flasche Wasser nicht mehr auskomme, muss wieder ein zweiter Halter her. Eine alternative zum klassischen Flaschenhalter sind die Cageless Flaschen von Fabric. Die Flasche wird einfach an kleinen Halteköpfen am Rahmen befestigt. Auch eine super Sache für diejenigen, die aufgrund der Rahmengeometrie wenig Platz für einen Flaschenhalter haben.

6. Satteltasche befestigen und Inhalt prüfen

Wer keinen Rucksack mit Werkzeug und Notfall Equipment mitnehmen möchte, sollte zumindest eine Satteltasche am Fahrrad haben. Was ich alles drin habe? Reifenheber, Schlauch, Kettenschloss, Schlauch-Reparatur-Set, Multitool mit Kettennieter und Kabelbinder.

Eine Alternative zur Satteltasche: Diese Werkzeugdose von Fabric kann auf die eben gezeigten Halteköpfe aufgesetzt werden. Eine kleiner Neoprenbeutel im Inneren der Dose verhindert, dass das Werkzeug während der Fahrt rasselt.

7. Mehr Fahrkomfort – Mehr Spaß!

Mit ein paar kleinen Handgriffen lässt sich auch der Fahrkomfort verbessern. Ihr sollt schließlich nicht direkt den Spaß verlieren. Doch wenn’s drückt, ist die Gefahr dafür sehr groß.
Überprüft doch mal eure Satteleinstellung. Wenn ihr die Ferse auf das Pedal der nach unten zeigenden Kurbel stellt, sollte das Bein nicht ganz durchgestreckt sein. Die optimale Sitzhöhe markiert ihr euch am besten mit einem Klebestreifen oder Ähnlichem. So findet ihr immer wieder zur richtigen Sattelhöhe.
Genauso wichtig wie die richtige Sattelhöhe, ist auch der Sattel selbst. Ich fahre nun seit mehreren Jahren einen Sattel von Fabric und bin seitdem frei von Sitzbeschwerden. Doch hier geht wirklich probieren über Studieren, denn zu jedem Menschen passt ein anderer Sattel.
Eine gute Radhose macht auch sehr viel aus, doch das ist wieder ein anderes Thema auf das ich gerne mal in einem gesonderten Beitrag eingehe. Ich hoffe, euch hat der Beitrag gefallen. Ich wünsche euch viel Spaß bei euren ersten Frühlingsausfahrten 🙂

Hinweis zur Transparanz auf meinem Blog: Dieser Beitrag enthält Produkte, die mir zum Testen zur Verfügung gestellt wurden.