“Ich fahre nicht gerne Fahrrad, da tut mir immer der Hintern weh.” Jaja, wie oft höre ich diesen Satz, vor allem von euch Mädels. Ich kann euch verstehen, denn früher hatte ich oft dasselbe Problem und wen wundert’s, dass dann die Lust schnell vergeht. Aber nach ca. 4 Jahren, die ich nun Mountainbike fahre, habe ich gelernt, was man dagegen tun kann. Diese Tipps möchte ich heute gerne an euch weitergeben, denn ihr verpasst wirklich etwas, wenn ihr euch nur aus diesem Grund nicht auf euer Rad schwingt 🙂 Gerade nach der Winterpause habe auch ich hin und wieder bei längeren Ausfahrten mit Sitzbeschwerden zu kämpfen.

  1. Der richtige SattelIMG_3161
    Eine entscheidende Rolle spielt natürlich der Sattel. Dieser sollte nicht zu hart und nicht zu weich sein. Am besten lasst ihr euch also bei einem Fachhändler beraten. Dieser kann auch euren Sitzknochenabstand ermitteln und somit die passende Sattelgröße für euch finden. Vielleicht habt ihr sogar Glück und ihr habt die Möglichkeit verschiedene Modelle auszuprobieren. Wenn Ihr dann den passenden Sattel gefunden habt, solltet ihr erst mal keine großen Änderungen mehr vornehmen, sondern warten, bis sich das Gesäß an den neuen Sattel gewöhnt hat. Das kann nach meinen Erfahrungen sogar 3-4 Wochen dauern.
  2. Die passende Radhose
    Sattel und Polster sollten gut zusammenpassen, daher ist auch eine Radhose besonders wichtig. Die speziellen Radhosen sind im Sitzbereich gepolstert und entlasten somit das Gesäß. Und Mädels, jetzt kommt mir nicht mit “Das sieht aber doof aus.” Inzwischen gibt es so viele stylishe Varianten. Wer es beispielsweise nicht hauteng mag, kann sich einfach eine Innenhose zulegen und die lässigen Shorts für drüber. Ich habe eine von Vaude mit der ich super zufrieden bin (s.Foto). Außerdem kann ich euch die Fahrradbekleidung von GORE Bike Wear sehr empfehlen. Vaude_Short_IMG_9771
  3. Weg mit der Unterwäsche
    Ein Thema über das man selten spricht, aber es ist wirklich so. Unter einer Radhose trägt man keine Unterwäsche, denn diese wirft unnötige Falten, was ebenfalls zu Druckstellen führen kann.
  4. Sitzcreme
    Wer bei längeren Ausfahrten Sitzprobleme hat, dem empfehle ich Sitzsalben, die antibakterielle, desinfizierende Eigenschaften haben. Diese Cremes helfen Druckstellen und Wundscheuern zu verhindern und wirken quasi wie eine zweite Haut. Sie kann direkt auf die Haut aufgetragen werden oder auf die Innenauflage bzw. Polster der Radhose.  Wichtig ist dann natürlich auch das regelmäßige Waschen der Bikebekleidung.
    Diese beiden Salben (ilon Protect-Salbe und Xenofit Hirschtalg-Sportcreme) habe ich selbst schon ausprobiert und bin sehr zufrieden.
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  5. Die richtige Sitzposition
    Auch die richtige Sitzposition spielt eine entscheidende Rolle. Der Sattel sollte sich ungefähr auf Hüfthöhe befinden, wenn man neben dem Rad steht. Sitzt man auf dem Rad und wird der Fuß auf die Pedale in der niedrigsten Position gestellt, sollte das fast Bein durchgedrückt sein. Es gibt auch spezielle Sitzpositionsanalysen, bei denen euer Rad komplett auf euch eingestellt wird. Dafür muss man aber auch leider tief in die Tasche greifen, denn diese sind oftmals sehr teuer. Ob sich so etwas wirklich lohnt, kann ich euch nicht sagen, da ich bisher noch keine Erfahrungen mit solchen Analysen gemacht habe.

Und zum Schluss kann ich euch nur noch einen Spruch ans Herz legen, die Zeit heilt alle Wunden. Euer Hintern muss sich erst daran gewöhnen, auf einem Sattel zu sitzen. Ihr müsst einfach dranbleiben und mit jeder Tour werdet ihr eine Besserung spüren. Ich empfehle euch am Anfang mit kürzeren Strecken zu beginnen, dafür aber häufiger fahren, statt gleich lange Radtouren zu planen.
Ich hoffe, euch haben meine Tipps geholfen und diesen Sommer will ich keine Ausreden mehr hören 🙂 Ich würde mich sehr freuen noch mehr Mädels auf dem Bike im Wald zu treffen. Also auf geht’s!!!