Hand aufs Herz: Wie oft reinigt ihr eure Fahrradflaschen wirklich gründlich? Als ich vor ein paar Monaten nach einer Tour mal wieder in der Küche stand und meine Flaschen gespült habe, ist mir erneut aufgefallen, wie anfällig sie für Schimmelbildung sind. Vor allem das Mundstück lässt sich oft nur schwer gründlich reinigen und muss dafür meist sogar in seine Einzelteile zerlegt werden. Auf der Suche nach einer Alternative bin ich auf die Trinkflaschen von KEEGO gestoßen. Die Vorteile der Flaschen mit Titanbeschichtung klangen vielversprechend, sodass ich sie selbst ausprobieren wollte. Seit über drei Monaten begleiten mich die Flaschen inzwischen auf meinen Touren. Ob sie mich wirklich überzeugen konnten, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Was macht die KEEGO Trinkflasche so besonders?

Das Besondere an der KEEGO Trinkflasche ist ihre Innenbeschichtung aus reinem Titan. Dieses Material reagiert weder mit Wasser noch mit Elektrolytgetränken, sodass das Getränk seinen unverfälschten Geschmack behält, ganz ohne den typischen Plastikgeschmack, den man von manch anderen Fahrradflaschen kennt. Gleichzeitig besitzt Titan eine besonders glatte Oberfläche, an der kaum Rückstände haften bleiben. Das macht die Flasche auch besonders pflegeleicht.

Trinkflasche mit einer Innenbeschichtung aus Titan

Mein erster Eindruck

Als ich die KEEGO zum ersten Mal in der Hand hielt, war ich sofort überrascht, wie leicht sie ist. Das 750 ml Modell wiegt gerade einmal 85 g. Ich konnte mir außerdem gar nicht vorstellen, wie gut sich eine Titanflasche zusammendrücken lässt, doch das ging überraschend leicht, sodass sich das Trinkgefühl kaum von einer herkömmlichen Fahrradflasche unterscheidet. Auch in der Hand liegt sie gut und passt laut Hersteller auch in alle gängigen Flaschenhalter.

Keego Trinkflasche auf der Waage
Keego Fahrradflasche

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich allerdings beim Mundstück. Dieses besteht aus lebensmittelechtem Silikon und muss zum Trinken nicht erst herausgezogen werden. Erst durch das Zusammendrücken der Flasche öffnet es sich. Auf meiner ersten Tour war das zunächst ungewohnt, weil ich automatisch versucht habe, das Mundstück nach oben zu ziehen. Nach kurzer Zeit hatte ich mich jedoch daran gewöhnt.

Trinken beim Mountainbiken

Reinigung der KEEGO: Einfacher als gedacht

Als ich die Pflegehinweise zum ersten Mal gelesen habe, war ich zunächst etwas skeptisch. Die Titanschicht ist empfindlich und deshalb gibt es einige Dinge, die man bei der Reinigung beachten sollte. In der Praxis hat sich aber schnell gezeigt, dass die Reinigung deutlich unkomplizierter ist, als sie zunächst klingt.
Nach der Tour sollten Getränkereste möglichst direkt ausgegossen werden. Anschließend reicht es aus, die Flasche mit kaltem bis warmem Wasser gründlich auszuspülen, kräftig zu schütteln und kopfüber an der Luft trocknen zu lassen.
Auch das Mundstück lässt sich unkompliziert reinigen. Es kann einfach von der Verschlusskappe getrennt und bei Bedarf sogar im Geschirrspüler gereinigt oder ausgekocht werden.

Mundstück der Keego

Ein paar Dinge gilt es allerdings zu beachten: Die Flasche selbst darf nicht in die Spülmaschine. Außerdem dürfen weder Bürsten noch Schwämme verwendet werden. Auch mit den Fingern oder einem Geschirrtuch sollte man nicht ins Flascheninnere greifen, da die Titanschicht dadurch beschädigt werden könnte.
Nach den ersten Touren war die Reinigung für mich schnell zur Routine geworden. Gerade auf Reisen habe ich es als großen Vorteil empfunden, dass die Flasche im Grunde nur gründlich ausgespült werden muss und anschließend wieder einsatzbereit ist.

Welche Nachteile hat die KEEGO Trinkflasche?

Natürlich ist auch die KEEGO nicht perfekt. In den vergangenen Monaten sind mir ein paar Punkte aufgefallen, die aus meiner Sicht noch Verbesserungspotenzial haben. Am meisten beschäftigt hat mich der Deckel. Hin und wieder passiert es, dass er sich leicht schräg aufschraubt und die Flasche dadurch nicht richtig dicht ist. Deshalb werfe ich vor jeder Tour einen kurzen Blick darauf, ob der Verschluss sauber sitzt.
Der zweite Punkt betrifft die Optik. Ich habe mich für die matt schwarze Variante entschieden, weil sie mir besonders gut gefällt und zu nahezu jeder Rahmenfarbe passt. Allerdings entstehen durch das Einsetzen in den Flaschenhalter mit der Zeit sichtbare Streifen, wodurch die Flasche schneller Gebrauchsspuren zeigt. Nach dem Reinigen sieht sie zwar wieder etwas besser aus, ganz verschwinden die Spuren aber nicht.
Wer lieber etwas Farbe mag, muss sich darüber vermutlich weniger Gedanken machen. Von anderen KEEGO Nutzern habe ich gehört, dass die farbigen Modelle unempfindlicher sein sollen.
Ein kleiner Nachteil gegenüber transparenten Trinkflaschen bleibt außerdem, dass man unterwegs nicht auf einen Blick erkennen kann, wie viel man bereits getrunken hat oder wie viel Flüssigkeit noch in der Flasche ist.

Mein Fazit

Mit 44,90 € für das große Modell ist die KEEGO sicherlich keine günstige Trinkflasche. Dafür wird sie in Deutschland produziert, ist vollständig recyclingfähig und soll laut Hersteller im Durchschnitt fünfmal so lange im Einsatz sein wie vergleichbare Sportflaschen. Für mich persönlich überwiegen die Vorteile. Das Getränk behält seinen unverfälschten Geschmack, die Reinigung ist sehr unkompliziert und vor allem gibt mir die Titanbeschichtung ein gutes Gefühl. Gerade weil das Thema Mikroplastik immer präsenter wird, trinke ich lieber aus einer Flasche, bei der mein Getränk nicht mit Kunststoff in Berührung kommt. Ich jedenfalls würde mich wieder für die KEEGO entscheiden. Nach mehr als drei Monaten im Einsatz ist sie für mich zu einem festen Begleiter auf meinen Radtouren geworden.

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