Das Wetter meinte es diesen Sommer wirklich gut mit uns. Und selbst jetzt, Anfang Oktober, fühlen sich manche Tage noch fast wie Sommer an. Das schöne Wetter am vergangenen Wochenende wollte ich deshalb unbedingt noch einmal nutzen, um eine neue Gegend mit dem Gravelbike zu erkunden. Statt auf meinen üblichen Strecken unterwegs zu sein, ging es für mich dieses Mal nach Bingen am Rhein. Die Stadt liegt am Rand von Rheinhessen und gilt als das Tor zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Weinberge, Wald und natürlich der Rhein sorgen rund um Bingen für eine abwechslungsreiche Landschaft und damit für beste Voraussetzungen für eine Tour mit dem Gravelbike.

Mit dem Gravelbike von Bingen in die Weinberge

Gestartet bin ich am Bahnhof in Bingen. Von dort führte mich die Strecke zunächst über den Nahe-Radweg in Richtung Münster-Sarmsheim. Die ersten Kilometer waren noch entspannt, bevor es ab Münster-Sarmsheim hinauf in die Weinberge ging.

Ab hier zeigte die Tour dann auch schnell ihren Gravel-Charakter. Schotterwege wechselten sich mit asphaltierten Abschnitten ab und zwischendurch gab es immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Genau diese Mischung mag ich an Graveltouren besonders gerne.

Von den Weinbergen führte die Strecke anschließend weiter in den Binger Wald. Wer unterwegs eine Pause einlegen möchte, findet hier mit dem Forsthaus Jägerhaus eine Einkehrmöglichkeit. Ich hätte dort selbst gerne einen Stopp gemacht, allerdings waren an diesem sonnigen Tag alle Plätze auf der Terrasse belegt. Für mich ging es deshalb direkt weiter.

Auf der anschließenden Abfahrt zurück nach Bingen öffnete sich der Blick immer wieder und zwischen den Bäumen konnte ich bereits den Rhein und die Landschaft rund um die Stadt sehen.

Zwischenstopp an der Burg Klopp

Bevor es hinunter in die Innenstadt ging, durfte ein Abstecher zur Burg Klopp natürlich nicht fehlen. Sie gehört neben dem Binger Mäuseturm zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und liegt oberhalb des Zentrums. Von hier oben hat man einen schönen Blick über Bingen und die Umgebung. Heute befindet sich in Teilen der Burg die Binger Stadtverwaltung. Außerdem gibt es dort ein Restaurant.

Die Burg Klopp ist dabei nur eine von vielen Burgen, die es entlang des Mittelrheins zu entdecken gibt. Zwischen Bingen und Koblenz reihen sich zahlreiche Burgen, Schlösser und historische Bauwerke entlang des Rheins. Schon von Bingen aus bekommt man einen ersten Eindruck davon, was das Mittelrheintal landschaftlich und geschichtlich so besonders macht.

Kleine Eispause in Bingen

Nach den ersten 40 km war es Zeit für eine kleine Pause in der Binger Innenstadt. Und was passt bei den sommerlichen Temperaturen besser als ein Eis? Meine Wahl fiel auf das Eiscafé Rialto, das angesichts der langen Warteschlange sehr beliebt zu sein scheint.
Das Warten hat sich aber gelohnt. Mein Spaghetti-Eis war sehr lecker und genau die richtige Stärkung für den letzten Teil der Tour.

Rhein-Nahe-Eck und Blick auf den Mäuseturm

Anschließend ging es weiter zum Rhein-Nahe-Eck. Hier mündet die Nahe in den Rhein und zugleich beginnt das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den Binger Mäuseturm, der auf einer kleinen Insel mitten im Rhein steht. Der ehemalige Wehr- und Wachturm gehört neben der Burg Klopp zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bingens.

Mit dem Gravelbike entlang des Rheins

Zum Abschluss meiner Runde ging es noch ein Stück über den Rhein-Radweg. Die Route ab Bingen soll zu den schönsten Teilabschnitten des Radweges zählen.
Direkt in Bingen befindet sich außerdem das rund drei Kilometer lange Kulturufer. Die Park- und Uferpromenade entstand im Zuge der Landesgartenschau 2008 und verbindet Grünflächen mit Kunst, Kultur und verschiedenen Freizeitangeboten.

Mit dem Fahrrad fährt man allerdings nicht überall unmittelbar am Wasser entlang. Trotzdem war der Abschnitt am Rhein ein schöner und entspannter Abschluss der Tour, bevor es für mich wieder zurück zum Ausgangspunkt ging.

Ein Grund, noch einmal nach Bingen zu kommen

Einen Punkt hatte ich eigentlich noch auf meiner Liste: den Rochusberg, den Hausberg von Bingen. Dafür hat die Zeit an diesem Tag leider nicht mehr gereicht.
Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht. Schließlich sollte man sich immer noch etwas für den nächsten Besuch aufheben. Vom Rochusberg soll man einen schönen Blick über Bingen, den Rhein und die umliegende Landschaft haben. Ein Ziel für meine nächste Tour steht damit also schon fest.
Die Runde mit dem Gravelbike hat mir einen schönen ersten Eindruck davon gegeben, was Bingen und die Umgebung für Radfahrer zu bieten haben. Besonders gefallen hat mir die Abwechslung unterwegs: erst durch die Weinberge, dann durch den Binger Wald und später vorbei an einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt bis hin zum Rhein. Und auch wenn ich an diesem Tag längst nicht alles gesehen habe, hat mir die Tour gezeigt, wie vielseitig die Gegend rund um Bingen ist.

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